Ginge es nach den Vertretern der Montessori Pädagogik, würde die Grundschulzeit in Deutschland ebenso wie in den meisten europäischen Ländern sechs statt der hier festgelegten vier Jahre dauern. Diese längere Zeit in der Grundschule wird nicht nur von der Montessori Pädagogik als besonders sinnvoll angesehen, sondern auch von anderen Richtungen der Pädagogik. Übereinstimmend werden die Jahre zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr als besonders wichtig und prägend angesehen, so dass die Entwicklung in dieser Zeit in besonderem Maße gefördert werden sollte.
Eine Montessori Grundschule befindet sich in staatlicher oder privater Trägerschaft und bietet Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren eine anerkannte Grundschulausbildung, die unabhängig von Träger und formellen Richtlinien, den Prinzipien der Montessori Pädagogik entspricht. Staatliche Montessori Grundschulen sind wie Regelschulen kostenlos, während eine Montessori Grundschule in privater Trägerschaft eine Schulgebühr erhebt.
Für jede Montessori Grundschule ist der Lehrplan, der von jedem Bundesland festgelegt wird, verbindlich, d.h. alle hier geforderten Inhalte sind auch im Unterricht zu behandeln, so dass die Schüler nach Abschluss der Grundschule auf dem gleichen Wissensstand sind wie Grundschüler von Regelschulen. Die Vermittlung dieses Wissens ist jedoch den Schulen selbst vorbehalten und so steht bei der Montessori Grundschule natürlich die Freiarbeit im Mittelpunkt des Unterrichts, die ungefähr die Hälfte der Unterrichtszeit ausmacht. Daneben gibt es zahlreiche Gruppen- oder Projektarbeiten, aber auch gebundener Unterricht, der von dem Lehrer selbst gestaltet wird.


